Stellungnahmen

Gewerbegebiet Saliterstraße - miteinander statt übereinander reden

Dialog von Anwohnern und Fa. Hubert Schmid unter Moderation der CSU-Stadtratsfraktion

Nach dem Motto „Es ist besser, miteinander zu reden, als über andere zu reden“ lud die Stadtratsfraktion der CSU im Rahmen ihrer öffentlichen Fraktionssitzung sowohl Gegner des geplanten Gewerbegebietes in der ehemaligen Kiesgrube an der Saliterstraße als auch Vertreter der Firma Hubert Schmid ein. Rund 20 Anwohner nahmen das Angebot an, mit Frau Schröder, zuständig für Projektentwicklung, und Architekt Schäfer von der Firma Hubert Schmid zu diskutieren und ihre Sorgen vorzutragen.

Befürchtungen der Anwohner: Lärm, Feinstaub und Schadstoffausstoß

Die Anwohner thematisierten nochmals ihre Befürchtungen bezüglich einer massiven Zunahme des Lkw-Verkehrs sowie Lärm, Feinstaub und Schadstoffausstoß. Es sei nicht abschätzbar, wie hoch die Immissionen nach Ausnutzung der neu geschaffenen Kapazitäten seien. Auch werde durch die Höhe und optische Erscheinung der Hallen eine erhebliche Minderung des Naherholungswertes der Buchel, eine deutliche Beeinträchtigung der auf drei Seiten wohnenden Bevölkerung und des bestehenden Hotels gesehen.

Schröder: Standort aufgrund Flächenbedarf unverzichtbar

Frau Schröder verwies auf die Historie des bereits seit über 100 Jahren durch die Firma Xaver Schmid betriebenen Kieswerks und des 1967 in Betrieb genommenen Werkes für Stahlbetonfertigteile hin, das jetzt zu klein sei. Neben der Möglichkeit der Fertigung größerer Betonteile und einer Schlosserei würden die Hallen dazu dienen, die derzeit im Freien lagernden Baumaterialien dort unterzubringen. Ein Industriegebiet, wie von manchen befürchtet, sei zu keiner Zeit vorgesehen gewesen. Eine Verlagerung der Produktion von Stahlbetonfertigteilen auf andere, weniger sensible Flächen der Fa. Hubert Schmid sei nicht möglich, weil die der Firma zur Verfügung stehenden sonstigen Gewerbegrundstücke ausgereizt seien.

Ein  zentrales Thema war die im Rahmen der Stadtratssitzung im Herbst (21.10.2019) vom Planungsbüro genannte Zahl von täglich bis zu 1000 Lkw-Fahrten (bis zu 500 Anfahrten und Abfahrten). Architekt Schäfer erläuterte, dies sei nur ein rechnerisch zulässiger Grenzwert. Die tatsächlichen Lkw-Bewegungen würden nur einen Bruchteil davon betragen.

Die Diskussion wurde zuweilen emotional, aber unter Moderation des Fraktionsvorsitzenden Eduard Gapp fair geführt. Zwar lagen am Ende die Vorstellungen der Gegner und der Firma Hubert Schmid, so ein Teilnehmer, immer noch „Welten“ auseinander. Dennoch zeigten sich alle Beteiligten davon überzeugt, dass es wichtig war, die Standpunkte und Informationen direkt auszutauschen.

Stadtrat nimmt dieses Thema sehr ernst

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sowie Fraktionsführer Eduard Gapp versicherten den Anwohnern nochmals, dass sowohl Stadtbauamt als auch Stadtrat dieses Thema mit großer Sorgfalt behandeln. Auf Grund einer Reihe auslegbarer Formulierungen in den Entwürfen von Flächennutzungsplan und vorhabenbezogenem Bebauungsplan hat der Stadtrat in seiner Oktobersitzung nicht umsonst diesen Entwürfen nicht zugestimmt. Diesen von den meisten Fraktionen abgelehnten Entwürfe ging das Aufstellen von Höhengerüsten voraus, um vor der Sitzung den Umfang der Bebauung zu visualisieren.

Wie bei allen Bauvorhaben muss geklärt werden, was mit der Umgebung vereinbar ist. Dies betrifft die umliegende Wohnbebauung, vorhandenes Gewerbe und den Naherholungscharakter der angrenzenden Buchel. Zu klären sind auch die im Endausbau zu erwartenden Verkehrsaufkommen und Lärmimmissionen.

CSU-Stadtratsfraktion: Nachdenken über alternative Nutzungsmöglichkeiten

Die Mitglieder CSU-Fraktion regten in der Diskussion an, ergebnisoffen über die weitere Verwendung des Geländes nachzudenken und alternativ auch andere Möglichkeiten der städtebaulichen Nutzung ins Auge zu fassen.

Wie Eduard Gapp im Nachgang erfuhr, hat die Firma Hubert Schmid inzwischen wohl die ursprüngliche Planung komplett zurückgezogen und wird sowohl diese als auch das Konzept insgesamt nochmals überdenken.

Wir freuen uns, dass der moderierte Dialog dazu beigetragen hat, das Vorhaben sowie auch alternative Möglichkeiten nochmals neu zu durchdenken.

 

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